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Freitag, 9. Dezember 2011

Schirmherrschaft



Fünf Euro mehr!
Na, da kann ich mir ja neben all den Markenklamotten und den Flachbildschirmen
vermutlich bald noch ein Flugzeug leisten.
Was interessiert mich denn da noch die Streichung der Rentenbeiträge?
 Schnickschnack!
Aufgrund übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsums
erreiche ich das Rentenalter
doch ohnehin nicht: Wozu also Rentenbeiträge?
Nee, nee, unserer Regierung kann man da nu wirklich
keinen Vorwurf machen.
Die tut nur das, was eine Regierung tun muss:

praktisch denken ...

Zu alten Zeiten besaß das Wort "Existenzminimum" übrigens noch so einen putzigen Begleiter: "würdevoll" ...
Dieser Begriff ist ja mittlerweile so ziemlich unter die Tafel – äh – unter den Tisch gefallen.
Und zu Recht!
Die Regierung hat eben erkannt, dass so ein Existenzminimum gar nicht würdevoll sein kann.

Sonst wär' es ja keins.

Alleine aus diesem Grunde passt die Würde nur schwer
in den Regelsatz – vor allem zum Ansparen, so 13  Cent pro Monat für Würde oder so.
Außerdem gibt es neben Legislative, Judikative und Exekutive auch noch die Konjunktive ...
 wenn es also heißt "etwas Würde" ...  ist nicht absehbar, ob das auch etwas wird ...

Und wenn's nichts wird, dann ist so ein Existenzminimum natürlich viel effizienter zu realisieren:
 Dann braucht der Hartzler ja nur noch ein Dach überm Kopf.
Und das ist nun wirklich nicht schwer:

Auch ein Regenschirm ist ein Dach überm Kopf!

Da ist es doch nur verständlich, dass die Heizkostenbeiträge gesenkt werden. Wär ja auch ziemlich unverschämt für keine Unterkunft einen Antrag auf Übernahme der Heizkosten zu stellen.
Gut, etwas Warmes im Bauch braucht der Hartzler natürlich auch.
Und jeder, der schon mal nach einer langen Winterwanderung nach Haus gekommen ist, weiß,
was da gut tut: eine heiße Suppe. Und nu schau mal, wie viele Suppentüten wir da für nur fünf Euro bekommen!

Nein wirklich: All die durchgeführten oder geplanten Streichungen ergeben  langfristig betrachtet wirklich einen Sinn und sind gründlich durchdacht, z. B. die Streichung der Schnittblumen aus dem Regelsatz.
Wenn Sie mit Ihrem Regenschirm nun quasi überall zu Hause, also ständig unterwegs sind,
werden Sie nicht viel Ballast mit sich rumschleppen wollen:
Für Vasen ist da kein Platz mehr!
Und wozu Schnittblumen? Jetzt haben Sie doch die freie Natur mit all ihren Blumen direkt vor der Nase!
Die Kosten der Unterkunft sind dann natürlich auch hinfällig ... denn nun schau'n Sie mal ganz genau Ihren Regenschirm an:
Da brauchen ja nur noch die Kosten fürs Dach berechnet zu werden.
Also kann man den Bewilligungsbescheid effizient zusammenstreichen
 (wodurch wiederum jede Menge an Papier eingespart wird):

Regelsatz: Tüten
Kosten der Unterkunft: Regenschirm

Es kann also keine Rede davon sein, dass uns die Regierung im Regen stehenlässt.

Susy Satyr